Europas Krankenhäuser stehen unter enormem finanziellem Druck, aber laut Stefan Schaller, Head of Central Western Europe bei Siemens Healthineers, liegt genau darin eine Chance für Prävention und ganzheitliche Behandlungspfade.
Stefan Schaller, Head of Central Western Europe bei Siemens Healthineers, beim 107. Deutschen Röntgenkongress in Leipzig.Claudia Tschabuschnig
Ein Beispiel: Koronar-CT mit einem digitalen Cockpit zur präzisen Analyse von Gefäßverschlüssen. Kardiologen können damit im Vorfeld genau sehen, wo ein Eingriff nötig ist -- und wo nicht. Das spart diagnostische Eingriffe im Herzkatheterlabor und hält Kapazitäten für die Eingriffe frei, die wirklich stattfinden müssen. Das funktioniert aber nur, wenn die Bildgebung präzise genug ist -- und wenn die Kliniken die entsprechende Infrastruktur haben.
Deutschlands Krankenhauslandschaft steht vor einem strukturellen Umbau. Die geplante Krankenhausreform sieht eine Konsolidierung der Krankenhäuser vor, dafür werden Transformationsgelder lukriert. Siemens Healthineers bietet hierbei Consulting-Teams an, die Kliniken bei Anträgen und der Mittelakquise unterstützen.
Gesundheitssystem massiv belastet
Das Hauptproblem, so Schaller, sei aber ein anderes: Die deutschen Bundesländer kämen ihrer Finanzierungsverpflichtung für Investitionen nicht nach. Krankenhäuser müssten Equipment aus dem laufenden Betrieb finanzieren -- und hätten schlicht kein Geld dafür.
Parallel dazu drohen weitere Belastungen: Die geplante GOÄ-Reform (Gebührenordnung für Ärzte, die Gebührenordnung für Privatpatienten, Anm.) könnte Privatpraxen um rund 30 Prozent abwerten, und das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz sieht vor, technische Anteile der Leistungserbringung um etwa 10 Prozent zu senken.
Siemens Healthineers setzt sich über Ministerien und Verbände dafür ein, diese Einschnitte abzumildern -- auch weil sie die Versorgungssituation für Patient:innen verschlechtern und Innovationskraft aus dem System nehmen würden.
Trotz Krise investiert Siemens Healthineers 650 Millionen Euro in neue Fabriken in Deutschland -- vom Detektorkristall bis zur Endmontage wird in Forchheim produziert. “Wenn du dir die Industrien in Deutschland anschaust -- Automobilindustrie, alle sind in der Krise -- und wir machen so ein großes Investment,” sagte Schaller.
Das Unternehmen ist stolz darauf, tief in Deutschland verwurzelt zu sein. Das sei nicht nur wirtschaftlich, sondern auch ein Signal: dass Deutschland als Medizintechnikstandort eine Zukunft hat, wenn man bereit ist, langfristig zu investieren.
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